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So trinkt man Wein wie ein Kenner

Die Schweiz gehört mit rund 15.000 Hektar Rebfläche und durchschnittlich 1 Million Hektoliter Produktion zu den kleinsten Weinbauländern der Welt. Gleichzeitig zeichnet sich der Wein der Eidgenossen durch seine Vielseitigkeit und Leichtigkeit aus. Unter den circa 200 Rebsorten gibt es auch einige autochthone, etwa den Humagne Rouge, Cornalin oder Petite Arvine. Wer in den Genuss einer dieser edlen Tropfen kommt, sollte wissen, wie man ihn richtig trinkt.





Temperatur und Vorbereitung

Zunächst einmal ist es wichtig, dass man einen guten Wein richtig lagert. Zudem hat jeder Wein hat eine ideale Trinktemperatur. Bei Weissweinen liegt diese um 10 °C, bei Rotweinen um 18 °C. Dann geht es an das Öffnen der Weinflaschen. Rotweinflaschen werden normalerweise zwei bis drei Stunden oder bei einfacheren Weinen eine Stunde vor dem Verzehr geöffnet. Weissweine öffnet man unmittelbar vor dem Einschenken.

Einschenken

Wer anderen Wein einschenkt, sollte darauf achten, dass das Etikett der Flasche nach oben zeigt. Die Flasche wird nicht auf dem Glasrand abgelegt. Beendet wird das Einschenken, indem man die Flasche mit einer leichten Drehbewegung aufrichtet. Das sieht nicht nur gut aus, sondern verhindert auch, dass Flecken entstehen. Ein guter Schweizer Wein braucht Raum und Sauerstoff, um seine Aromen voll zu entfalten. Daher sollte man das Glas nur zu einem Viertel oder einem Drittel befüllen.

Anstossen und Zuprosten

Ein Weinglas hält man am Stiel fest, nicht am Kelch. Dazu benutzt man zwei Finger (kleinere Weissweingläser) oder drei Finger (grössere Rotweingläser), gelegentlich auch vier (schwerer Pokal). Dass man das Glas nicht am Kelch anfasst, hat mehrere Gründe. Zum einen entstehen auf dem Glas unschöne Fingerabdrücke, die den Trinkgenuss schmälern. Zum anderen gibt die Hand Wärme ab, die wiederum die Temperatur und damit den Geschmack des Weins verändert.


In der Regel stösst man mit Wein nicht an, sondern prostet sich zu. Wenn allerdings doch einmal angestossen wird, dann lässt man die Glasbäuche vorsichtig aneinander klingen. Auf keinen Fall sollte der Glasrand zum Klirren gebracht werden.

Wie man trinkt

Zum Basiswissen, das man in einem passenden Kurs als erstes vermittelt bekommt, zählt: Ein Gourmet möchte den Wein nicht nur trinken, sondern sein Bouquet geniessen! Das heisst, dass der Wein mit allen Sinnen wahrgenommen werden soll. Gerade die heimischen Weine tragen einen starken regionalen Charakter, der sich je nach Anbauregion und Klima unterscheidet. Chasselas beispielsweise ist die am weitesten verbreitete Rebsorte der Schweiz. Sie wird vorrangig im Wallis und in der Westschweiz kultiviert und zu Weissweinen verarbeitet. Sie trägt einen milden, spritzig bis kraftvollen und mineralischen Charakter. Ein roter Merlot aus dem Tessiner Anbaugebiet hingegen schmeckt fruchtig-süss und körperreich. Er entwickelt zudem einen aussergewöhnlichen Beerenduft. Deshalb riecht man an dem Wein, bevor man einen Schluck aus dem Glas nimmt. In der Regel ist die Trink-Reihenfolge:
  • Den Mund abtupfen, damit keine Fettflecke am Glasrand entstehen
  • Den Wein im Glas anschauen, um seine Farbe aufzunehmen
  • Den Wein riechen, um einen ersten Eindruck vom Charakter des Weines zu bekommen
  • Einen kleinen Schluck nehmen und ihn einen Moment im Mund behalten, um alle Aromen wahrzunehmen
  • Ist der Wein im Mund, sollte man etwas Luft dazu lassen, damit sich die Aromen in all ihren Nuancen entfalten können






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